Wann braucht mein Kind ein eigenes Konto, und welches soll es sein? Bei den meisten Familien stellt sich die Frage, wenn das erste Taschengeld nicht mehr ins Sparschwein, sondern aufs Konto soll, oder mit dem Wechsel auf die weiterführende Schule, wenn die Kinder ein bisschen finanzielle Selbstständigkeit üben sollen. Eine pauschale Antwort gibt es nicht, aber ein paar klare Leitplanken.
Ab welchem Alter welches Konto
Die genauen Altersgrenzen legt jede Bank selbst fest, deshalb hier nur die grobe Richtung. Prüfe die aktuellen Bedingungen immer direkt beim Anbieter.
Ein reines Taschengeld- oder Sparkonto gibt es bei vielen Banken schon für Kleinkinder, oft ab Geburt. Das dient primär dem Sparen, nicht dem Bezahlen im Alltag.
Ein echtes Girokonto mit Karte für den täglichen Gebrauch, also mit Debitkarte, Online-Banking-Zugang und der Möglichkeit, am Automaten Geld abzuheben, gibt es bei vielen Banken ab etwa 7 Jahren. In der Praxis nutzen es viele Familien aber erst ab dem Grundschul- oder Unterstufenalter, wenn das Kind eigenständig einkaufen geht. Bis zur Volljährigkeit läuft das Konto grundsätzlich als Konto für Minderjährige, das heißt: Es kann keinen Dispo geben, und die Eltern müssen bei Eröffnung zustimmen und behalten in der Regel Einsicht.
Ab etwa 12 bis 14 Jahren bieten manche Banken erweiterte Jugendkonten mit eigener Girocard und teils sogar einer Guthaben-Kreditkarte an, wieder abhängig vom jeweiligen Institut. Ab 18 wird aus dem Jugendkonto automatisch oder auf Antrag ein normales Erwachsenenkonto, dazu gleich mehr.
Taschengeld- vs. Jugendkonto
Die beiden Begriffe werden in der Werbung oft munter vermischt, technisch sind es aber unterschiedliche Produkte.
Ein Taschengeldkonto ist meist ein reines Guthabenkonto ohne eigene Karte zum Bezahlen, manchmal mit einer einfachen Guthabenkarte fürs Sparen. Es eignet sich für jüngere Kinder, die das Prinzip von Geld und Sparen lernen sollen, aber noch nicht selbstständig damit einkaufen.
Ein Jugendkonto ist ein vollwertigeres Girokonto: eigene Girocard, oft eine App fürs Smartphone, Überweisungen und meist auch Abheben am Automaten. Genau das macht es für Teenager sinnvoll, die zur Schule fahren, sich selbst etwas kaufen oder das erste Ausbildungsgehalt bekommen.
Ein Kriterium ist in beiden Fällen gleich wichtig: Das Konto sollte dauerhaft kostenlos sein, ohne Mindestgeldeingang. Kinder und Jugendliche haben selten ein regelmäßiges Einkommen, das eine Bank als Gehaltseingang zählen würde. Ein Konto, das genau das voraussetzt, ist die falsche Wahl.
Worauf Eltern achten sollten
Ein paar Punkte, die ich mir bei jedem Jugendkonto genauer anschaue, bevor ich es empfehlen würde.
- Ein gutes Jugendkonto lässt technisch keine Überziehung zu, das Konto kann schlicht nicht ins Minus rutschen. Das ist kein Nachteil, sondern der eigentliche Sinn: Kinder sollen lernen, mit dem auszukommen, was da ist, ohne sich zu verschulden.
- Viele Banken erlauben es, Tages- oder Monatslimits für Kartenzahlungen und Abhebungen einzustellen. So kannst du als Elternteil den Rahmen mitbestimmen, ohne jede einzelne Buchung zu kontrollieren.
- Bei Minderjährigenkonten haben Erziehungsberechtigte in der Regel Einsicht in die Kontobewegungen, teils über einen eigenen Zugang in der App. Das ist sinnvoll, sollte aber auch offen mit dem Kind besprochen werden. Kontrolle funktioniert besser, wenn sie keine Überraschung ist.
- Kontoführung und Abheben sollten dauerhaft gebührenfrei sein, nicht nur im ersten Jahr oder bis zu einem bestimmten Alter mit anschließendem Gebührensprung.
- Eine übersichtliche App, in der das Kind seinen Kontostand selbst sieht, fördert das Verständnis für Geld oft mehr als reines Bargeld-Taschengeld ohne Kontobezug.
Ein Punkt, der häufig unterschätzt wird: Wer das Konto eröffnet, muss in fast allen Fällen persönlich mit Ausweis in eine Filiale gehen oder ein Video-Ident-Verfahren durchlaufen. Bei Minderjährigen kommen je nach Bank Geburtsurkunde und die Zustimmung beider Sorgeberechtigten dazu. Das kostet etwas Vorlauf.
Übergang zum Erwachsenenkonto
Mit dem 18. Geburtstag ändert sich rechtlich einiges: Aus dem Konto für Minderjährige wird ein normales Konto, für das der junge Erwachsene jetzt allein verantwortlich ist. Viele Banken überführen das bestehende Jugendkonto automatisch in ein reguläres Girokonto oder ein spezielles Konto für junge Erwachsene beziehungsweise Studenten, meist mit denselben oder ähnlich günstigen Konditionen für ein paar weitere Jahre. In anderen Fällen muss aktiv ein neues Konto beantragt werden, während das alte ausläuft. Am besten fragt man rechtzeitig vor dem 18. Geburtstag bei der Bank nach, was konkret passiert, damit die Karte nicht plötzlich gesperrt wird.
Erst ab der Volljährigkeit kann überhaupt ein Dispokredit eingeräumt werden, und auch dann meist nicht sofort in voller Höhe. Wer mit 18 zum ersten Mal ein Konto mit Dispo-Möglichkeit hat, sollte sich damit genauso vorsichtig herantasten wie zuvor mit dem Taschengeld. Der Dispo ist bequem, aber kein Ersatz für ein Budget.
Wenn zu diesem Zeitpunkt ohnehin ein Studium oder eine Ausbildung ansteht, lohnt sich ein Blick über den Tellerrand des bisherigen Kontos hinaus. In unserem Ratgeber zum Studentenkonto-Vergleich gehe ich genauer darauf ein, worauf es in dieser Lebensphase ankommt und warum das bisherige Jugendkonto nicht automatisch die beste Option bleiben muss.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter kann mein Kind ein eigenes Konto bekommen?
Das hängt von der Bank ab. Reine Spar- oder Taschengeldkonten gibt es oft schon für kleine Kinder, ein Girokonto mit eigener Karte meist ab etwa 7 Jahren, erweiterte Jugendkonten mit mehr Funktionen häufig ab 12 bis 14 Jahren. Prüfe die genauen Altersgrenzen direkt beim jeweiligen Institut.
Können Kinder mit dem Jugendkonto ins Minus geraten?
Bei einem seriösen Jugendkonto ist das technisch ausgeschlossen, da kein Dispokredit eingeräumt wird. Zahlungen werden nur bis zum vorhandenen Guthaben ausgeführt. Das ist gewollt und schützt vor unbeabsichtigten Schulden.
Kostet ein Jugendkonto etwas?
Bei den meisten Banken sind Konten für Kinder und Jugendliche dauerhaft kostenlos, solange das Kind minderjährig ist. Achte trotzdem auf die Details im Preis- und Leistungsverzeichnis, insbesondere darauf, was nach dem Umstieg ins Erwachsenenalter passiert.
Haben Eltern automatisch Einsicht in das Konto?
Bei Minderjährigenkonten haben Erziehungsberechtigte in der Regel ein Einsichtsrecht, oft über einen eigenen App-Zugang. Wie genau das umgesetzt ist, unterscheidet sich von Bank zu Bank. Frag im Zweifel gezielt danach, bevor du dich entscheidest.
Was passiert mit dem Konto, wenn mein Kind volljährig wird?
Meist wird das bestehende Konto automatisch oder auf Antrag in ein reguläres Girokonto oder ein Konto für junge Erwachsene überführt. Kläre am besten rechtzeitig vor dem 18. Geburtstag mit der Bank, ob und wie sich Konditionen und Kartenlimits dabei ändern.
Hinweis: Altersgrenzen, Limits und Konditionen für Kinder- und Jugendkonten legt jede Bank individuell fest und ändert sie gelegentlich. Prüfe die aktuellen Bedingungen vor der Kontoeröffnung immer direkt bei der Bank.
In unserem Kontovergleich siehst du, welche Banken Konten für Kinder und Jugendliche anbieten, etwa die DKB oder die Sparkasse, die klassisch für ihre Jugendkonten bekannt sind. So findest du in wenigen Minuten das passende Konto für dein Kind.